„Lasset uns (tot)beten!“

November 11, 2009

Der November ist die Zeit der Hubertusmessen und –jagden. Jäger und Förster holen sich den Segen und Schutz eines katholischen oder evangelischen Pfarrers, welcher wiederum einen Schutzpatron, genannt Heiliger Hubertus, für die Segnung bemüht; letzterer (der Pfarrer) wohl, damit der Kirchenbeamte nicht selbst die Verantwortung für sein Gepredigtes übernehmen muss. Nach den Gebeten heißt es dann, so Gott will: Feuer frei aus allen Rohren!

Das Segnen von Waffen und deren Trägern scheint Vertretern der christlichen Kirche, wie in der Vergangenheit so auch heute, immer noch sehr wichtig und gerechtfertigt zu sein. Wie hätte die Kirche sonst auch ihre Geschichte überlebt? Bibelauszüge oder Überlieferungen aus der christlichen Welt werden dazu solange (um)interpretiert, bis sie passen und man seine subjektive Sicht damit rechtfertigen kann. Und der Förster hat Grund, die gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche zu loben. Hilft es ihm und seinem Ansehen vor der Öffentlichkeit doch (vermeintlich), wenn ein Geistlicher sein Schießeisen und die Ballermänner seiner Gleichgesinnten schönredet. Ja, auch der Staatsbetrieb Sachsenforst scheint auf den Segen dieser Kirche viel Wert zu legen, geht man von einem kürzlich erschienenen Artikel über die Hubertusjagd im Forstbezirk Taura des Staatsbetriebes in der Torgauer Zeitung aus.
Der stellv. Chefredakteur Frank Lehmann schreibt darin u.a.:

Erfreut zeigte er (Jan Glock/ Leiter des Forstbezirkes Taura und, hier, Jagdleiter) sich auch über die große öffentliche Resonanz, die die Jagd fand. „Dies ist für uns ein Beweis, dass Jagd und Jäger in ihrer Funktion akzeptiert werden. Wir setzen auch deshalb auf Öffentlichkeit“

Selbst nach 20 Jahren Pressefreiheit (auch in Torgau) werden solche beschönigenden Verallgemeinerungen eines Lobbyisten von diesem Redakteur noch simpel Eins zu Eins übernommen.
Nimmt man allein an, dass ein Teil der ca. 100 angereisten Jäger Familienmitglieder mitbrachte, dürften schon diese für einige „öffentliche Resonanz“ gesorgt haben. Darüber hinaus kenne ich aus der oben genannten Region genügend Personen, die Ihrem Beweis (!?) nicht standhalten würden, Herr Glock! Und die sich auch nicht bekehren lassen würden, Herr Pfarrer Ulrich Schade (Katholischen Kirche Sankt Franziskus Xaverius in Eilenburg)!

Ein paar Zitate aus dem Alten und Neuen Testament:

Das Buch Genesis, Kapitel 9
2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben.
3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen.
http://alt.bibelwerk.de/bibel/at/mos1009.htm

Korinther
25 Alles, was feil ist auf dem Fleischmarkt, das esset, und forschet nicht, auf daß ihr das Gewissen verschonet.
http://www.bibel-online.net/buch/46.1-korinther/10.html#10,25

Siehe auch hier: http://www.sankt-hubertus.de/

Nun ja. Ich kann mir schon gut vorstellen, warum die Forstbehörde sich lieber mit diesem Teil der Kirche gut stellen will als mit einem anderen:

Zum Thema Jagd – Hubertusmessen findet man neuerdings auch solche Stellungnahmen (etwas scrollen):
http://www.aktion-kirche-und-tiere.de/cms/front_content.php?idcat=1&idart=303

Für beide Teile der Kirche gilt doch aber gleichermaßen:
Mit irgendwelchen Hirschen, die plötzlich Kruzifixe am Kopf tragen, muss man im 21. Jahrhundert ja wohl nicht wirklich rechnen. Oder?

Seit dem Mittelalter wird die Hubertus-Legende erzählt, nach der er auf der Jagd von einem prächtigen Hirsch mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih bekehrt wurde, deshalb wird Hubertus als Schutzpatron der Jagd angesehen. Außerdem ist er Patron der Natur und Umwelt, der Schützen und Schützenbruderschaften, der Kürschner, Metzger, der Metallbearbeiter, Büchsenmacher, Optiker und Hersteller von mathematischen Geräten. Am Hubertustag, dem 3. November finden alljährlich große Hubertusjagden, oft mit dem Feiern von Hubertusmessen, statt.


Parthenaue im Visier der Straßenbauer

November 7, 2009

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Ich bitte um Beachtung der „Initiative zum Erhalt der Parthenaue“! Es geht um den geplanten Bau einer autobahnähnlichen Straßenverbindung zwischen Leipzig und Torgau.
Zur Homepage:
http://www.pro-parthenaue.de/


Licht an!

Oktober 23, 2009

flutlicht01

Es erschien in diesem Blog schon ein Beitrag zum Thema Energieverschwendung und Lichtverschmutzung, hier in Naunhof. Dies sei nur ein ergänzendes Bild dazu. Seit einiger Zeit schon wieder erhellt die Flutlichtanlage des Schulsportplatzes (Mühlgasse) den abendlichen Himmel über unserem Ort (dies Woche allabendlich).
Ob nun anhand eines nächtelang leerstehenden, hell erleuchtenden Schulparkplatzes, oder durch obiges Beispiel, der Bürgermeister erklärt hier Schulkindern mit seinen Investitionen wunderbar und eindringlich wie Energieverschwendung funktioniert.

Siehe auch: Naunhof bei Nacht


Saison der Waldschlächter beginnt

Oktober 21, 2009

Am vergangenen Montag war hier der erste Harvester der bevorstehenden Wintersaison im Einsatz. Und der Winter ist noch lang. (Winkel Großsteinberger Str., Dreiflügelweg)


„Hetzarbeit an flugunfähiger Ente“

Oktober 16, 2009

Anbei ein Link zu einem Artikel zum Thema „Perverses Jagdbrauchtum“

Neuss – Schockierende Bilder
Jagd-Übung: Erst verstümmelt, dann abgeballert


Wildacker kontra Streuobstwiese

Oktober 9, 2009
Topinambur auf Streuobstwiese bei Espenhain

Topinambur auf Streuobstwiese bei Espenhain


Topinambur auf Streuobstwiese bei Espenhain

Topinambur auf Streuobstwiese bei Espenhain


Topinambur auf Streuobstwiese bei Espenhain

Topinambur auf Streuobstwiese bei Espenhain


Diese Aufnahmen entstanden im August am Ortsrand von Espenhain (südl. von Leipzig). Auf ca. zwei Hektar Fläche breitet sich hier, offenbar schon über einen längeren Zeitraum, die Futterpflanze Topinambur aus (beidseitig einer nahen Straße). Die Anwesenheit diverser jüngerer Obstbäume deutet darauf hin, dass es sich hier einmal um eine Streuobstwiese gehandelt hat. Die Obstbäume haben es sichtlich schwer in diesem Süßkartoffelfeld.

Im letzten Jahr hat ein Jäger in der Naunhofer Clade an seiner Wildschweinkirrung Topinamburpflanzen ausgebracht. Dies geschah am Rande einer Wiese. Eine zweite Wiese in der Clade wurde in diesem Jahr vom Revierförster umgeackert und in einen Wildacker verwandelt.

Topinambur an Wildschwein-Kirrung

Topinambur an Wildschwein-Kirrung


Topinambur an Wildschwein-Kirrung

Topinambur an Wildschwein-Kirrung

Siehe Beiträge:
Ausbringung von Neophyten in freier Natur

Waldwiese ade